Inkonsistente Praxisfiguren und deformierter Sprachgebrauch

Die individuellen inkonsistenten Praxisfiguren und der
deformierte Sprachgebrauch verweisen [laut Lorenzer] auf
gesellschaftliche Disharmonien und Unzuträglichkeiten, die bis in die Not der Mutter-Kind-Beziehung und in die Partnerschaften in Liebe und Ehe hineinwirken. Selbst- und Gesellschaftsveränderung können nicht voneinander getrennt werden, die Heilung in der Psychotherapie legt sozusagen politische Aktivität nahe, und das Durcharbeiten der Konflikte entbindet fast notwendigerweise den Impuls, deren Ursachen zu beseitigen.

—Josef Rattner

Kunst

Kunst ist eine Befreiung des Menschen aus der lastenden Schwere seines innerweltlichen Befangenseins. Sie ist zunächst Rückzug in die Einsamkeit, um sich aus der Bedrängnis loslösen zu können; sodann ist sie aber Rückkehr in die Kommunikation, indem sie durch das Kunstwerk die Beziehung zu vielen – zur Menschheit überhaupt – aufnimmt. Der Künstler deutet den sprachlosen
Mitmenschen die Probleme ihres Daseins. Er macht die
undurchsichtigen Lebensverhältnisse transparent; dies ist nach Ibsen seine vornehmste Aufgabe.

—Josef Rattner