Lebensweltliche Voraussetzungen

Schon Edmund Husserl hat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass das naturwissenschaftliche Denken großenteils auf lebensfremden Konstrukten beruht; es gibt nach Husserl eine ‘Lebenswelt’, und diese ist die Basis von allen Wissenschaften, sowohl denen der Natur als auch denen des Menschen und seines Kulturlebens. […] Laing nennt derlei ‘Erfahrung’ – sie ist für ihn das Gegenteil von jeglichem ‘Objektivismus’.

— Josef Rattner

Dinge mit Bedeutung

Laing kämpft gegen die Hybris des Szientismus an, vor allem dort, wo er sich in entwertender Weise mit dem Menschen befasst. Für den Szientisten ist der Mensch Organismus, Apparat, Roboter, Energiebündel. Man kann ihn allerdings so betrachten, aber in erster Linie ist der Mensch Mitmensch, Du und Person. Er ist, genau wie der Betrachter, Schöpfer einer Lebenswelt, und als solcher kann er kein ‘innerweltliches Ding’ sein. Denn Dinge mit Bedeutung gibt es erst in lebensweltlichem Milieu, das von
Personen getragen und artikuliert wird.

—Josef Rattner