Die neurotischen Spiele

Die neurotischen Spiele scheinen [laut Szasz] heteronom und egozentrisch zu sein; nur der reife Mensch spielt autonome und soziale Spiele. Diese beruhen auf Kooperation, Gleichwertigkeit der Partner und Gegenseitigkeit in ihren Beziehungen. Was aber der Neurotiker als Kind erlernt hat, ist überwiegend Unterwerfung unter andere Menschen und Manipulieren ihres Verhaltens, was man mit dem Stichwort ‘Sadomasochismus’ belegen kann.

—Josef Rattner

Das Asyl der Neurose

Das Asyl der Neurose nimmt [laut Szasz] den unbeholfenen,
ängstlichen, faulen oder untrainierten Menschen auf. Ganz ohne Betrug geht dieses Fluchtmanöver nicht ab. Die Mitmenschen müssen doch das Gefühl bekommen, dass man ‘guten Willens’, aber durch ‘äußere Umstände’ am Mittun verhindert sei. Man schlüpft in die Rolle des ‘Kranken’, um mildernde Umstände für das Spielen
schlechter Spiele zu erhalten.

—Josef Rattner